Schlagwörter
In Flames, in waves, live, Melodic Death Metal, melodie, Metal, Metalcore, Musik, progressiv, shogun, thrash, trivium
Ich hätte mir dieses Album wohl niemals gekauft, wenn ich Trivium 2011 nicht live gesehen und ich sie absolut phänomenal gefunden hätte. Irgendwie habe ich ein Talent dafür, wirklich bedeutende Bands einfach gekonnt zu ignorieren und erst Jahre später anfangen, sie zu hören. Na ja, so läuft man wenigstens nicht jedem Trend hinterher. Fakt ist jedoch, ich habe wertvolle Aufmerksamkeit an weitaus belanglosere Bands verschwendet und solch einem faszinierenden Werk wie „In Waves“ ehrlich gesagt viel zu wenig.
Ich kenne nicht viel von ihnen, habe daher auch kein anderes Album um diverse Vergleiche anzustellen, dass was ich jedoch kenne und gehört habe ist absolut erstklassig. „In Waves“ lässt sich, stilistisch gesehen, nicht klar einordnen. Das muss auch nicht sein, denn Genre schränken nur ein, dennoch sollte es einer musikalischen Beschreibung nicht fehlen. Also, was kann der Hörer erwarten? Melodischen Metalcore gepaart mit Thrashpassagen, Schwedenmelodien (hier hört man den Einfluss In Flames‘ aber mal sehr deutlich), die mal hier, mal dort aufblitzen und eine gewisse leichtverdauliche Progressivität in manchen Songs. Ich denke, hier ist bei weitem nicht das musikalische Spektrum abgedeckt, welches sich Trivium bedienen, doch dürfte es einen guten Überblick bieten. Technisch gesehen gibt es nur wenig zu bemängeln, das Gitarrenspiel ist durchgängig auf hohem Niveau, melodisch, verspielt und das Drumming ist abwechslungsreich. Trivium wissen durchaus, wann man den Hammer rausholen sollte und wann man lieber einen Gang runterschaltet. Funktioniert einwandfrei und klingt auch so.
Sänger Matt Heafy ist ein begnadeter Sänger. Ich persönlich finde, dass seine Stimme sehr angenehm ist, immer passend zu den Songs (tonal gesehen) und endlich mal männlich (nicht dieses hohe „Autotune-Gedudel“).
Wie ich bereits erwähnte, habe ich keine Vergleichswerke und kann daher nicht urteilen inwiefern dieses Album dem Trivium entspricht, das treue Fans erwarten. Doch bewerte ich hier alles, was sich zweifelsfrei hören lässt und gefällt (oder auch nicht).
Das Album erschien am 5. August 2011 via Roadrunner Records.
1. Capsizing the Sea: Relativ langes Intro (1:30 Minuten), das eigentlich nicht wirklich aussagekräftig ist. Wirkt nur in Kombination mit nachfolgendem Song. 2/5 Punkten!
2. In Waves: So, „In Waves“ startet gleich voll durch. Growls und wunderbare Cleans wechseln sich ab und auch der instrumentale Wechsel von der melodischen Strophe zum Breakdown, der auch gleichzeitig als Refrain zu werten ist, gelingt. Somit ist der Song ein wunderbarer Einstieg in das Album. Solo überzeugt ebenfalls. 4,5/5 Punkten!
3. Inception of the End: Hart und thrashig beginnt dieser Song und wird auch wieder weltklasse vom melodischen Refrain abgelöst. Hier trifft wieder vieles aufeinander und ergibt so ein schönes Klangbild. „Inception of the End“ ist wohl einer der härteren Songs auf „In Waves“. 5/5 Punkten!
4. Dusk Dismantled: Gut, der Song schwächelt etwas zumindest am Anfang. Die Strophen wirken etwas Ideenlos, der Refrain gleicht in etwa dem von „In Waves“. Ab der zweiten Minute jedoch gewinnt er sehr an Fahrt. Thrashig, schönes Solo und das Ende hat einen leicht schwarzmetallischen Touch. 3/5 Punkten!
5. Watch the World burn: Melodischer Song, der überwiegend clean gesungen wird. Riffs gefallen, Abwechslung ist da und der Refrain ist catchy. Auch hier gefällt das Solo. 4/5 Punkten!
6. Black: Ich stehe auf diese melodischen Riffs, muss ich ganz ehrlich zugeben. Hier ist Heafys Stimme wieder sehr markant und wunderbar in Szene gesetzt. Stelleweise wird es dann wieder etwas thrashig. Nur wunder ich mich, ob dieses Ausrufen von ein bis zwei Wörtern irgendwie beliebt bei der Band ist. Hier ist es „Black“, dann währe da noch „Dusk Dismantled“ und „In Waves“ . . . merkwürdig. 4/5 Punkten!
7. A Skyline’s Severance: Laut einigen Reviews sei dies einer der schwächsten Tracks. Im Gegenteil! Ja, es stimmt, dass der Song etwas braucht, um seine Wirkung komplett zu entfalten, denn er ist etwas sperrig. Doch zerlegt er die Boxen recht strukturiert, kluger Wechsel aus Härte und Melodie beziehungsweise Up- und Midtempo, der progressiv wirkt. Der Song baut sich phänomenal auf. Gibt es absolut nichts zu bemängeln. 5/5 Punkten!
8. Built to Fall: Wohl mit Abstand der seichteste Song auf dem Album. Heafy singt ausschließlich Clean. Schöne Melodien (wie immer), Refrain ist gewohnt catchy. Solider Song, aber irgendwo fehlt dann auch das gewisse Etwas. Kann man ohne Bedenken seiner Freundin vorspielen. Solo technisch auch wieder einwandfrei. 3,5/5 Punkten!
9. Caustic are the Ties that bind: Ich denke, dass wir in diesem Song das Highlight des Albums gefunden haben. Hier harmonieren alle Trademarks perfekt zusammen und das Ganze klingt wunderbar progressiv. Die Riffs sind oberste Liga, stimmlich und atmosphärisch ganz großes Kino. Symbiose aus Härte und Melodie, echt unbeschreibbar. Hört euch den Song an! 5/5 Punkten!
10. Forsake not the Dream: Song ist ähnlich wie sein Vorgänger leicht progressiv, doch überzeugt er nicht auf voller Linie. Technisch einwandfrei, dennoch ohne dezenten Höhepunkt. Schade eigentlich. 3/5 Punkte!
11. Chaos Reigns: Geht ähnlich wie “Inception of the End” voll ins Fressbrett.Harte Riffs mit ordentlich Tempo. Überwiegend Growls. Doch leider fehlt auch hier der Höhepunkt etwas auf Grund der Härte. 3/5 Punkte!
12. Of all these Yesterdays: Beginnt mit einem Instrumentalteil, der zu überzeugen und steigert sich dann in den bombastischen Refrain. Alles wie immer sehr melodisch. Starker Song. 4,5/5 Punkten!
13. Leaving this World behind: Ich bin mir unschlüssig, ob man diesen Song außerhalb der Wertung lassen sollte oder nicht. Als Outro des Albums ist er durchaus stimmig, doch mangelt es hier definitiv an einer zündenden Idee. Das Gitarrengeplänkel hilft da auch nicht wirklich. 1,5/5 Punkten!
Gesamt: 49/65 Punkten!
Das Gesamtergebnis lässt sich sehen. “In Waves” ist zwar nicht das Album des Jahres, aber wäre bestimmt nominiert gewesen. Jeder der melodischen Metal mag, dem sei dieses Werk ans Herz gelegt. Aber ich denke auch andere Alben von Trivium sind kein Fehlkauf (vor allen Dingen “Shogun” soweit ich gehört habe). Und wer die Möglichkeit hat sie live zu sehen, sollte diese Unbedingt wahrnehmen, denn es lohnt sich wirklich.
Hellsing
P.S.: Hier noch ein kleines Zitat, das mein Ergebnis ergänzt aber auch neue Aspekte hinzufügt:
Stattdessen finden sie einen Mittelweg und kombinieren Aggression und Melodie nahezu perfekt. Das Resultat ist zwar überaus glatt, kantenlos, ziemlich klischeehaft und wirkt außerdem sehr kalkuliert, doch diese Rechnung geht ziemlich gut auf.
Quelle: http://www.metal.de/death-metal/review/trivium/47111-in-waves/