Trivium – In Waves

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Ich hätte mir dieses Album wohl niemals gekauft, wenn ich Trivium 2011 nicht live gesehen und ich sie absolut phänomenal gefunden hätte. Irgendwie habe ich ein Talent dafür, wirklich bedeutende Bands einfach gekonnt zu ignorieren und erst Jahre später anfangen, sie zu hören. Na ja, so läuft man wenigstens nicht jedem Trend hinterher. Fakt ist jedoch, ich habe wertvolle Aufmerksamkeit an weitaus belanglosere Bands verschwendet und solch einem faszinierenden Werk wie „In Waves“ ehrlich gesagt viel zu wenig.

Ich kenne nicht viel von ihnen, habe daher auch kein anderes Album um diverse Vergleiche anzustellen, dass was ich jedoch kenne und gehört habe ist absolut erstklassig. „In Waves“ lässt sich, stilistisch gesehen, nicht klar einordnen. Das muss auch nicht sein, denn Genre schränken nur ein, dennoch sollte es einer musikalischen Beschreibung nicht fehlen. Also, was kann der Hörer erwarten? Melodischen Metalcore gepaart mit Thrashpassagen, Schwedenmelodien (hier hört man den Einfluss In Flames‘ aber mal sehr deutlich), die mal hier, mal dort aufblitzen und eine gewisse leichtverdauliche Progressivität in manchen Songs. Ich denke, hier ist bei weitem nicht das musikalische Spektrum abgedeckt, welches sich Trivium bedienen, doch dürfte es einen guten Überblick bieten. Technisch gesehen gibt es nur wenig zu bemängeln, das Gitarrenspiel ist durchgängig auf hohem Niveau, melodisch,  verspielt und das Drumming ist abwechslungsreich. Trivium wissen durchaus, wann man den Hammer rausholen sollte und wann man lieber einen Gang runterschaltet. Funktioniert einwandfrei und klingt auch so.
Sänger Matt Heafy ist ein begnadeter Sänger. Ich persönlich finde, dass seine Stimme sehr angenehm ist, immer passend zu den Songs (tonal gesehen) und endlich mal männlich (nicht dieses hohe „Autotune-Gedudel“).
Wie ich bereits erwähnte, habe ich keine Vergleichswerke und kann daher nicht urteilen inwiefern dieses Album dem Trivium entspricht, das treue Fans erwarten. Doch bewerte ich hier alles, was sich zweifelsfrei hören lässt und gefällt (oder auch nicht).

Das Album erschien am 5. August 2011 via Roadrunner Records.
1. Capsizing the Sea: Relativ langes Intro (1:30 Minuten), das eigentlich nicht wirklich aussagekräftig ist. Wirkt nur in Kombination mit nachfolgendem Song. 2/5 Punkten!
2. In Waves: So, „In Waves“ startet gleich voll durch. Growls und wunderbare Cleans wechseln sich ab und auch der instrumentale Wechsel von der melodischen Strophe zum Breakdown, der auch gleichzeitig als Refrain zu werten ist, gelingt. Somit ist der Song ein wunderbarer Einstieg in das Album. Solo überzeugt ebenfalls. 4,5/5 Punkten!
3. Inception of the End: Hart und thrashig beginnt dieser Song und wird auch wieder weltklasse vom melodischen Refrain abgelöst. Hier trifft wieder vieles aufeinander und ergibt so ein schönes Klangbild. „Inception of the End“ ist wohl einer der härteren Songs auf „In Waves“. 5/5 Punkten!
4. Dusk Dismantled: Gut, der Song schwächelt etwas zumindest am Anfang. Die Strophen wirken etwas Ideenlos, der Refrain gleicht in etwa dem von „In Waves“. Ab der zweiten Minute jedoch gewinnt er sehr an Fahrt. Thrashig, schönes Solo und das Ende hat einen leicht schwarzmetallischen Touch. 3/5 Punkten!
5. Watch the World burn: Melodischer Song, der überwiegend clean gesungen wird. Riffs gefallen, Abwechslung ist da und der Refrain ist catchy. Auch hier gefällt das Solo. 4/5 Punkten!
6. Black: Ich stehe auf diese melodischen Riffs, muss ich ganz ehrlich zugeben. Hier ist Heafys Stimme wieder sehr markant und wunderbar in Szene gesetzt. Stelleweise wird es dann wieder etwas thrashig. Nur wunder ich mich, ob dieses Ausrufen von ein bis zwei Wörtern irgendwie beliebt bei der Band ist. Hier ist es „Black“, dann währe da noch „Dusk Dismantled“ und „In Waves“ . . . merkwürdig. 4/5 Punkten!
7. A Skyline’s Severance: Laut einigen Reviews sei dies einer der schwächsten Tracks. Im Gegenteil! Ja, es stimmt, dass der Song etwas braucht, um seine Wirkung komplett zu entfalten, denn er ist etwas sperrig. Doch zerlegt er die Boxen recht strukturiert, kluger Wechsel aus Härte und Melodie beziehungsweise Up- und Midtempo, der progressiv wirkt. Der Song baut sich phänomenal auf. Gibt es absolut nichts zu bemängeln. 5/5 Punkten!
8. Built to Fall: Wohl mit Abstand der seichteste Song auf dem Album. Heafy singt ausschließlich Clean. Schöne Melodien (wie immer), Refrain ist gewohnt catchy. Solider Song, aber irgendwo fehlt dann auch das gewisse Etwas. Kann man ohne Bedenken seiner Freundin vorspielen. Solo technisch auch wieder einwandfrei. 3,5/5 Punkten!
9. Caustic are the Ties that bind: Ich denke, dass wir in diesem Song das Highlight des Albums gefunden haben. Hier harmonieren alle Trademarks perfekt zusammen und das Ganze klingt wunderbar progressiv. Die Riffs sind oberste Liga, stimmlich und atmosphärisch ganz großes Kino. Symbiose aus Härte und Melodie, echt unbeschreibbar. Hört euch den Song an! 5/5 Punkten!
10. Forsake not the Dream: Song ist ähnlich wie sein Vorgänger leicht progressiv, doch überzeugt er nicht auf voller Linie. Technisch einwandfrei, dennoch ohne dezenten Höhepunkt. Schade eigentlich. 3/5 Punkte!
11. Chaos Reigns: Geht ähnlich wie “Inception of the End” voll ins Fressbrett.Harte Riffs mit ordentlich Tempo. Überwiegend Growls. Doch leider fehlt auch hier der Höhepunkt etwas auf Grund der Härte. 3/5 Punkte!
12. Of all these Yesterdays: Beginnt mit einem Instrumentalteil, der zu überzeugen und steigert sich dann in den bombastischen Refrain. Alles wie immer sehr melodisch. Starker Song. 4,5/5 Punkten!
13. Leaving this World behind: Ich bin mir unschlüssig, ob man diesen Song außerhalb der Wertung lassen sollte oder nicht. Als Outro des Albums ist er durchaus stimmig, doch mangelt es hier definitiv an einer zündenden Idee. Das Gitarrengeplänkel hilft da auch nicht wirklich. 1,5/5 Punkten!
Gesamt: 49/65 Punkten!

Das Gesamtergebnis lässt sich sehen. “In Waves” ist zwar nicht das Album des Jahres, aber wäre bestimmt nominiert gewesen. Jeder der melodischen Metal mag, dem sei dieses Werk ans Herz gelegt. Aber ich denke auch andere Alben von Trivium sind kein Fehlkauf (vor allen Dingen “Shogun” soweit ich gehört habe). Und wer die Möglichkeit hat sie live zu sehen, sollte diese Unbedingt wahrnehmen, denn es lohnt sich wirklich.

Hellsing

P.S.: Hier noch ein kleines Zitat, das mein Ergebnis ergänzt aber auch neue Aspekte hinzufügt:

Stattdessen finden sie einen Mittelweg und kombinieren Aggression und Melodie nahezu perfekt. Das Resultat ist zwar überaus glatt, kantenlos, ziemlich klischeehaft und wirkt außerdem sehr kalkuliert, doch diese Rechnung geht ziemlich gut auf.

Quelle: http://www.metal.de/death-metal/review/trivium/47111-in-waves/

Suicide Silence – No Time to Bleed

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Nach langer Zeit der Abwesenheit (Schulstress) melde ich mich auch mal wieder zu Wort und zwar mit einem meiner Lieblingsalben in Sachen Deathcore.
Suicide Silence florieren wie nur wenige Bands, ob zurecht sei dahingestellt. Ich für meinen Teil fand “The Cleansing” zu monoton und “The Black Crown” nutzte sich leider auch recht schnell ab, wobei das Album echt gute Songs zu bieten hat, die besonders live zünden. Wobei hingegen “No Time to Bleed” wohl das abwechslungsreichste und atmosphärischste Werk der Jungs aus Riverside, Kalifornien ist.

Musikalisch gesehen gibt es eigentlich nichts wirklich innovatives. Blastbeats, brutale Breakdowns und einen Mitch Lucker in Höchstform. Meiner Meinung nach ein absolutes Biest in Sachen Vocals. Wie kann man nur so viel Hass rausschreien? Hoher Wiedererkennungswert vorprogrammiert. Doch warum überzeugt “No Time to Bleed” nahezu uneingeschränkt?
I. Es klingt im Gesamten eigenständiger als “The Cleansing”, das nur unwesentlich aus der überschwemmten Deathcore-Ecke herausragt.
II. Der Härtegrad ist auf dem selben Niveau geblieben. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man dieses Album als “soft” oder “Ausverkauf!” deklarieren kann. Es stimmt, dass das Tempo stellenweise etwas gezügelt wurde und einige Songs eher im Midtempo angesiedelt sind. Was aber nur als positiv zu werten ist, da “The Cleansing” einfach wie ein Song klang. Wenig Abwechslung und wenig Tempowechsel. Natürlich, Songs wie “Unanswered” oder “No Pity for a Coward” sind Aushängeschilder dieser Band, aber Titel wie zum Beispiel “Hands of a Killer” oder “Girl of Glass” gleichen Lückenfüller . . . einfach uninspiriert.
III. Im Vergleich zu “The Black Crown” merkt man dann doch die Einflüsse von Korn, Deftones oder Slipknot. Laut der Band seien dies die Größten. Da klingt “No Time to Bleed” doch wirklich mehr aus eigener Feder.
IV. Lückenfüller sucht man meines Erachtens nach auf diesem Album vergebens. Es ist zwar nicht durchgängig auf hohem Niveau angesiedelt, doch gibt es keine Totalausfälle.
V. Ebenfalls empfinde ich einigen Aussagen wie “Es gibt keine Hooklines”, oder, “nichts was einen aufmerksam zuhören lässt” auch fehl am Platz. Um ehrlich zu sein, wer bewertet ein Deathcore-Album danach? Wenn ich etwas hören möchte, dass catchy ist, dann höre ich Soilworks “Figure Number Five”. Dafür gibt es hier brutalen Deathcore at it’s finest.
VI. Des Weiteren bin ich mir durchaus bewusst, dass der technische Anspruch nicht sonderlich hoch ist, doch das muss auch nicht sein. Ich möchte Songs hören, die mitreißen und nicht immer meine volle Aufmerksamkeit verlangen. Wenn ich technisch hohes Niveau hören möchte, dann schaue ich mich nach etwas anderem um (siehe: Job for a Cowboy, Brain Drill, Meshuggah, Whitechapel).

“No Time to Bleed” erschien am 30.06.2009 veröffentlicht und beinhaltet 11 Songs.
1. Wake Up: Songtitel ist hier Programm. “Wake Up” ist ein absolutes Brett und macht wirklich wach. Sägende Gitarren und Blastbeats sorgen für den nötigen Kick und besonders live schlägt er ein. 5/5 Punkten!
2. Lifted: Ich brauchte einige Zeit, damit mir der Titel wirklich gefiel. Das anfangs ruhige Intro artet in heftigen Riffs aus und der Song knüppelt sich folglich durch die Gehörgänge. 4,5/5 Punkten!
3. Smoke: Wohl der brutalste Song auf diesem Album. Unheimliches Intro. Tempowechsel vom Feinsten versprechen Nackenschmerzen. “Smoke” gehört zu den Favoriten dieser Platte und steht “Unanswered” in Sachen Härte um nichts nach. 5/5 Punken!
4. Something Invisible: Der erste kleine Durchhänger. Die Riffs sägen zwar ordentlich, doch klingt es mir persönlich zu sehr nach dem typischen 8015-Deathcore. Etwas fad im Nachgeschmack. 2,5/5 Punkten
5. No Time to Bleed: Der Titeltrack des Albums ist hingegen wieder ein Monster. Der Song scheppert mit viel Wucht los, schaltet ab und zu ein paar Gänge runter, nur um mörderische Growls zu entfesseln und tritt dann mit fiesen Breakdowns ins Gesicht. Moshpit-Granate. 5/5 Punkten!
6. Suffer: Der Song hat gute Ansätze, schöpft diese jedoch nicht aus. Höhepunktslos schleppt er sich dahin und die Gangshouts machen es auch nicht besser. Des Öfteren liest man, dass “Suffer” mit zu den besseren Songs der Platte gehört. Vielleicht leide ich an akuter Geschmacksverirrung oder . . . ich werde nicht warm mit dem Song, wird auch im Regelfall geskipped. 2/5 Punkten!
7. … and then She bled: Unglaublich atmosphärisches Instrumental, dass mir schon sehr oft einen Schauer über den Rücken gejagt hat. Die Gitarren untermalen perfekt die Stimme der verstörten Frau. Soweit ich weiß, handelt es sich um einen Anruf der Frau bei der Polizei, weil ihr Mann von einem Schimpansen (?) attackiert worden ist? Die Frau versteckt sich nun und bittet um Hilfe. Der Polizist am anderen Ende der Leitung versucht sie zu beruhigen. Tut dem Album absolut kein Abbruch. 4,5/5 Punkten!
8. Wasted: Auch wieder ein Song der etwas braucht um zu zünden, doch ist man an diesem Punkt angelangt, fetzt er nur noch. Viele Tempowechsel geben dem Song Facetten. 4/5 Punkten!
9. Your Creations: Mit ungestümen Blastbeats prescht dieser Song los, bis einen kurzen Augenblick Ruhe einkehrt und Mitch “Protect your Blood” ins Mikro grunzt, nur um dann das Gaspedal voll durchzutreten. Ein reines Schlachtfest. 4,5/5 Punkten!
10. Genocide: Geht meiner Meinung nach etwas unter. Nicht schlecht, aber sticht auch nicht heraus im Vergleich zu “Your Creations” oder “Wasted”. Dennoch schönes Solo. 3/5 Punkten!
11. Disengage: Der letzte Titel des Albums macht alles richtig. Das Intro ist temporeich, wird aber schnell von mörderischen Breakdowns abgelöst. Die Gitarren sind einfach phänomenal und verschaffen mir immer Gänsehaut. Außerdem hat sich “the human machine will finally bleed” zu meinem Lieblingszitat entwickelt. Wer Suicide Silence schon live gesehen hat, wird wissen, wie sehr dieser Song die Halle zum Kochen bringt, besonders mit einer Wall of Death. 5/5 Punkten!
Gesamt: 47/55 Punkten!

Suicide Silence haben hier ihr absolut bestes Werk geliefert. Die Mischung aus Blastbeats, groovenden Gitarren und brutalen Breakdowns stimmt vollkommen. Es ist abwechslungsreich, es überrascht und es ist vor allen Dingen 100% Suicide Silence. Die Platte sollte man definitiv kaufen, auch wenn man vielleicht etwas abgeschreckt vom Hype um die Band ist. “No Time to Bleed” steckt “The Cleansing” locker in die Tasche. Suicide Silence werden es in diesem Leben nicht mehr schaffen, das Album zu toppen.

P.S.: Als nächstes stehen auf meiner Liste, Caliban (I am Nemesis), Trivium (In Waves) und Soilwork (The Panic Broadcast). Ich hoffe, dass ich bald wieder mehr Zeit in meinen Blog investieren kann. Zu viele Klausuren im Mai . . .

blink-182 – Neighborhoods (Deluxe Edition)

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2005 wurde verkündet, dass blink-182 sich trennen. 2009 dann die ersehnte Wiedervereinigung und letztes Jahr erschien ihr neuester Streich “Neighborhoods“.

Ich zähle mich zu den blink-Fans, die “Dude Ranch” und “Enema of the State” gefeiert haben und mit dem 2003 erschienenen “blink-182″ schon eher wenig anfangen konnten. Daher empfand ich die Trennung als nicht allzu tragisch, denn der mit “blink-182″ eingeschlagene Weg war meiner Meinung nach zu kommerziell geprägt. Die Authenzität der ersten Alben war nicht vorhanden und bis auf “Feeling This” gab es kein nennenswertes Highlight. Nun verschwand also blink (ich lasse das “-182″ mal gepflegt weg) etwas aus meinem Blickfeld und die Nebenprojekte der Mitglieder, wie zum Beispiel Angels & Airwaves oder +44, entsprachen absolut nicht meinem Geschmack. Der elektronisch angehauchte Kuschelrock, den Herr DeLonge mit Angels & Airwaves fabriziert, ist eine Zumutung.

Die Frage lautet nun: Was darfst Du von “Neighborhoods” erwarten?

Ich mache es kurz. Weniger blink, mehr musikalische Einflüsse aus den Nebenprojekten und die (eher seltenen) krampfhaften Versuche an alte Tage anzuknüpfen. Neighborhood klingt rockig, melodisch, experimentell und vor allen Dingen erwachsen, hinterlässt aber immer einen bitteren Nachgeschmack, der aber angenehmer ist als der letzte Brocken von 2003. Denn obwohl ich oft das Gefühl habe diverser anderer Bands zu lauschen, wirkt Neighborhood nie uneigenständig. Es ist in der Tat merkwürdig, doch haben die 3 Jungs es geschafft, von überall ein kleines Stück zu klauen und daraus etwas neues zu kreieren. Quasi eine Reise durch die musikalische Karriere der Musiker und dem, was aus ihrer Feder stammt. Inwiefern dieses Album bei ihren Fans ankommen wird, weiß ich nicht abzuschätzen. “Neighborhoods” ist doch recht sperrig und obwohl blink draufsteht, kriegt man eben nicht seine Dosis und schon gar nicht Lust, sein Skateboard zu schnappen und die Halfpipes unsicher zu machen. Der mühsame Hörer wird vielleicht am Ende belohnt, zumindest musste ich mich sehr in dieses Werk reinhören und aus meiner anfänglichen Enttäuschung ist immerhin der Eindruck eines soliden Albums geworden.
Man sollte außerdem die grandiose Arbeit Barkers würdigen. Meiner Meinung nach schafft er es immer, vielen Songs eine besondere Note zu geben und generell bereichert sein Drumming “Neighborhoods” ungemein. Ohne Travis wäre dieses Album in Inspirationslosigkeit untergegangen. Mark macht seinen Job auch tadellos, lediglich Tom scheint es mehr um das Geld als um die Musik zu gehen.

Die Deluxe Edition von “Neighborhoods” hat 14 anstatt 10 Titel und eine Gesamtspielzeit von rund 49 Minuten.
1. Ghost on the Dance Floor: Recht schwieriger Song, da es einiges an Zeit gebraucht hat, bis er mir gefiel. Sofort sprang mir die Ähnlichkeit zu Angels & Airwaves ins Gesicht, die sich leider durch den ganzen Titel wie ein roter Faden zieht. Dennoch ein gelungener, rockiger Opener. 3,5/5 Punkten!
2. Natives: Temporeicher Song, der doch ab und zu an frühere Zeiten erinnert. Jedoch bremst Toms gesangliche Leistung die Euphorie. Mark rettet zum Glück im Refrain. 3/5 Punkten!
3. Up All Night: Der beste Song des Albums! Interessantes Intro und die Bridge in diesem Lied ist unglaublich atmosphärisch. Wenn Tom singt: “[...] as I struggle through each and every year[...]” bekomme ich Gänsehaut. Insgesamt ist dieser Song auch sehr rockig und dadurch kontrastreich. 5/5 Punkten!
4. After Midnight: Relativ ruhiger Song, der gut auf dem 2003er Album aufgehoben wäre. Ergreift nicht, rauscht an mir vorbei. 1,5/5 Punkten!
5. Snake Charmer *Bonussong*: Wieder rockiger. Die Strophen und Refrains ergänzen sich zwar sehr gut, doch gibt es keinen wirklichen Höhepunkt. Potenzial hat der Song dennoch. 2,5/5 Punkten!
6. Heart’s All Gone Interlude *Bonussong*: Passt nicht ins Album, stimmt nicht auf den nachfolgenden Song ein. Harte Worte, aber leider wahr. Unnötig. 0/5 Punkten!
7. Heart’s All Gone: Der einzig wirkliche Punkrocktitel. Endlich wieder etwas, dass sich sehen lässt. Mir persönlich gefallen Marks Vocals auf diesem Album wesentlich besser als Toms. Er gibt dem Song Charakter und Wiedererkennungswert. 4/5 Punkten!
8. Wishing Well: Sehr kommerzieller, aber fröhlicher Song, der extrem catchy ist und Mitsingfaktor ohne Ende hat. Passt auch nach dem punkigen “Heart’s All Gone” perfekt ins Gesamtbild. Sehr Gelungen. 4/5 Punkten!
9. Kaleidoscope: Geht wieder völlig an mir vorbei, obwohl Mark alles richtig macht. Tom zerstörts leider. Grenzt an gruselig. 1/5 Punkten!
10. This Is Home: Wie ich bereits sagte, so ab und zu kommen alte Stärken durch, die aber nicht konsequent weitergeführt werden, sodass sich viele Songs wieder verlieren. So auch dieser. 2/5 Punkten!
11. MH 4.18.2011: Rockig, fröhlich, fast typisch blink. Solche Songs fehlen und das merkt man dem Album an. “MH 4.18.2011″ ist kein Vergleich zu “First Date” aber ein kleiner Anfang. 3/5 Punkten!
12. Love Is Dangerous: Ruhiger Song, der mir persönlich viel zu unspektakulär ist und zu sehr nach Angels & Airwaves klingt. 1,5/5 Punkten!
13. Fighting The Gravity *Bonussong*: Sticht heraus, wirkt interessant. Melodisch und ruhig. Besonders der Refrain überzeugt mich. Nicht der stärkste Titel, aber markanter als “Love Is Dangerous”. 2,5/5 Punkten!
14. Even if she Falls *Bonussong*: Hätte man ohne Probleme auf “Take off Your Pants and Jacket” packen können. Solider, rockiger Song. 2,5/5 Punkten!
Gesamt: 35/70 Punkten!

Was kann man also über “Neighborhoods” abschließend sagen? Ein solides Album, besser als “blink-182″, das von unterschiedlichen Einflüssen geprägt ist. Das macht das Ganze sperriger, aber auch abwechslungsreicher. Keine leichte Kost, doch sollte man hier wirklich reinhören. Es ist für jeden etwas dabei. Ich hoffe, blink werden eventuell mit dem nächsten Silberling noch einen draufsetzen. Sonst bin ich von den Jungs letzten Endes enttäuscht. Dann sollen sie lieber noch mit 40 über ihr erstes Date singen. Wäre zumindest 100% blink-182.

Man sieht sich in der Nachbarschaft, Hellsing

Progression Tour 2012 – Hannover (Rückblick)

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Die Karten waren früh bestellt, die Vorfreude dementsprechend hoch. Der Versand durch  http://www.impericon.com/de/ war schnell und unproblematisch (wie immer, allgemein super Shop – reinschauen!).
Für schlappe 23,50 Euro bekam man ein sehr schönes Hardticket und folgende Bands geboten:
Heaven shall Burn (Headliner)
Unearth
Neaera
Suffokate
+ lokale Band (in diesem Fall Tomorrow Never Knows)

so zum Reiseweg:
Das Musikzentrum ist sehr leicht zu finden und auch Bahn fahren in Hannover ist simpel, wenn man es denn schon einmal gemacht hat. (Wir kommen von außerhalb aus einem recht bescheidenen Dorf.) Nachdem ich (stolzer Dirigent der Truppe) natürlich den falschen Weg einschlug, kamen wir schließlich gut an.

zur Location:
Das Musikzentrum ist recht überschaubar. Ich schätze, dass ungefähr 300 bis 400 Menschen (höchstens!) reinpassen und soweit ich gehört habe, war es auch ausverkauft. Der “Floor” unten war brechend voll, der Pit nahm schon die Hälfte des Raumes ein. Übrigens Lob an das Thekenpersonal, die ihren Job trotz des Andrangs souverän gemeistert haben. War zwar die kleinste Location bei der ich jemals war, aber versprach eine gewisse Intensität. Wirklich schlimm war der Klang. Entweder schlecht abgemischt oder die Halle hatte eine sehr “besch***ene” Akkustik. Bis auf Suffokate’s Sänger hat man keinen Gehört . . . was da wohl los war?!

zu den Bands:
Tomorrow Never Knows:
Ich hatte das Gefühl, dass so gut wie niemand diese Band kannte. Stimmung kam nicht so ganz auf, man stand und schaute mehr, als das man sich von der Musik wirklich leiten ließ. Musikalisch fand ich sie passend, doch herausragend waren sie auch keinesfalls. Sehr zwiespältige Meinung.

Suffokate:
Wie ich schon sagte, der Klang im Musikzentrum glich eher einem Staubsauger, doch muss man hier ein Lob aussprechen. Obwohl ich mit Suffokate nicht viel anfangen konnte (stellenweise dachte ich, dass man im Breakdown-Sumpf versinkt) war der Sänger ein absolutes Biest. Besser als Mitch von Suicide Silence und das soll schon was heißen. Daumen hoch!

Neaera:
Warum man die beste Band des Abends so früh spielen lässt, bleibt mir ein Rätsel. Neaera war der Hauptgrund weswegen ich zum Konzert fuhr. Ich liebe diese Truppe, das Musikzentrum war bis dahin richtig eingeheizt und eigentlich war alles nahezu ein einziger Pit. Besonders hervorheben möchte ich die Nähe der Band zu Fans. Wirkte sehr familiär und authentisch. Leider viel zu kurz gespielt, aber wenn die Jungs nochmal in der Nähe sind, werde ich definitiv hinfahren. Es lohnt sich, zumal ich Neaera auch als beste deutsche Band neben Rammstein ansehe. Die packen Heaven shall Burn locker in die Tasche.

Unearth:
Leider habe ich es “vergessen” mir ein paar Lieder von Unearth anzuhören, denn ich war relativ positiv überrascht. Stimmung haben sie einige gemacht, auch wenn man hier leider den Sänger gar nicht verstand. Vielleicht lag es auch daran, dass wir stellenweise nah dran standen. Die Pits waren wie bei Neaera bombe und es hat einen höllischen Spaß gemacht. Wie ich bereits sagte, kannte ich von den Jungs also kein Lied, aber ich denke, dass sich ein reinhören lohnt und wenn sie für wenig Geld nochmal in der Nähe sind, wird sich das bestimmt auch lohnen!

Heaven shall Burn:
So, nun zum Headliner des Abends. Man merkte wie fast jeder auf Heaven shall Burn gewartet hatte. Als sie anfingen zu spielen (ich glaube es war “The Omen”) war die Hölle los. Echt phänomenal. Unübertroffen an diesem Abend blieb wohl der epische Song “Endzeit”. Wie einfach mal jeder mitsingen konnte. Marcus Bischoff gab sich sehr freundlich, seine Ansagen zwischendurch waren absolut nicht nervig und einige gute Sprüche gab er auch zum Besten. (Irgendwas mit: “Ihr bearbeitet die Mädchen richtig gut!”, oder, “Kaum springen die Mädchen in die Menge, sind eure Hände nur am Arsch!”)

Fazit:
Für das bisschen Geld wirklich der absolute Hammer! Es gab haufenweise Metal vom Feinsten, die Stimmung war bombastisch und die Atmosphäre sehr schön. Egal wer auf dem Boden landete, er wurde sofort hochgehoben. So muss das sein! Ich empfehle jedem Neaera und Heaven shall Burn live zu sehen. Für zwei meiner Freunde war dies das erste Metalkonzert und eigentlich hören sie auch nicht so viel Metal. Selbst sie fanden es sehr gut und waren, denke ich, positiv überrascht, zumal einer meiner Freunde nur zwei Lieder am Abend kannte und das waren “Endzeit” und “Voice of the Voiceless”.
 Mit Schmerzen im Körper und piependen Ohren freue ich mich auf ein baldiges Wiedersehen!

Keep supporting Metal, Hellsing

Korn – The Path of Totality

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Obwohl dieses Album mit dem Begriff Metal beziehungsweise Rock eher wenig zu tun hat, wollte ich mir dennoch die Mühe machen es zu bewerten.
Korn haben schon immer experimentiert und genau diese Kreativität schätze ich sehr an der Band. Der Mut zu neuem. Was wäre Korn ohne den psychopathischen Sound der ersten beiden Alben, dem Groove von “Follow the Leader” und dem unglaublich depressiven Klang von “Issues” und “Untouchables” . . . ? Nach “Untouchables” wurde noch mehr experimentiert, einiges klang frisch, anderes klang misslungen und unüberlegt. Ich glaube ich spreche für viele, wenn ich behaupte, dass “See you on the other Side” und “Untitled 2007″ mit Abstand das schlechteste war, was diese Band jemals veröffentlicht hat. Erst mit “Korn III – Remember who You are” kam ewas back to the roots-Feeling auf.

Korn kümmern sich scheinbar nicht um harte Kritik und gehen mit ihrem Experiment in die zweite Runde. Man greift tief in die Elektronikszene und schnappt sich erfolgreiche Künstler, wie zum Beispiel Skrillex. Mit so viel Prominenz auf einem Album und einem absolut neuen Sound (Metal meets “Techno”/Dubstep) sollte ja eigentlich nichts schief gehen. Im Gegenteil: man wollte Grenzen überschreiten!

Was gibt es denn nun auf diesem Album? Hier und da einige kleine Riffs, nerviger Dubstep, Jonathan Davis in seiner nahezu schlechtesten Performance (dieses Gejammer ist wirklich unerträglich und passt gar nicht zu dem Klang des Albums) und absolute Konzeptlosigkeit. Man wollte etwas neues, doch für mich hat es den anschein als klatschte man hier simple Elemente diverser Genre zusammen und hoffte, dass es gut klingen würde.

Tatsächlich hätte mit “The Path Of Totality” ein spannendes Album entstehen können – hätten die drei in die Jahre gekommenen Metaller aus Bakersfield und ihr Drummer Ray Luzier beim Songwriting doch nur ein paar zündende Ideen gehabt.
Quelle: http://www.laut.de/Korn/The-Path-Of-Totality-%28Album%29

Das Album erschien am 2.12.2011 und umfasst 11 Songs.
1. Chaos lives in Everything: Ein richtiger “Blender”. Starker Song, bei dem die neue Mischung noch frisch und spannend klingt. Die typische Korn-Atmosphäre kommt auch ein wenig auf. Doch leider hält das nicht allzu lange. Hervorzuheben wäre der der absolut stimmige Wutanfall mit einem growlenden JD und ordentlicher Dubstep-Einlage. 4/5 Punkten!
2. Kill Mercy Within: Und schon beginnt das doch gelungene Fundament zu bröckeln. Unspektakulär, vorhersehbar und einfach nicht Korn. 1/5 Punkten!
3. My Wall: Es geht noch eine Etage tiefer in den Sumpf der schrägen Töne. Die Strophe verursacht Kopfschmerzen, die elektronischen Elemente klingen billig und ich frage mich einige Male auf diesem Album, ob man es nicht lieber “Jonathan Davis – The Path of Fatality” hätte nennen sollen. 1/5 Punkten!
4. Narcissistic Cannibal: Jawoll, starkes Intro, mitreißende Strophe ohne viel Stimmverzerrung und ein sehr gelungener melodischer Refrain. Man hört endlich wieder Fieldy und Munky. Hier geht das Experiment wirklich auf. 4,5/5 Punkten!
5. Illuminati: Das Intro klingt auch wieder interessant, doch der Song verliert an Würze. Kein wirklicher Höhepunkt. Meiner Meinung geht vieles was man versuchte einfach nicht auf und klingt oftmals zu gezwungenen. Schade. 1,5/5 Punkten!
6. Burn the Obedient: Etwas besser als der Vorgänger, auch wenn ich hier JD’s Stimme besonders in der Strophe unpassend finde. 1/5 Punkten!
7. Sanctuary: Die Invasionen der absolut grottigen Klänge hat endgültig begonnen. Bitte, was ist das für ein Refrain? Der Song besteht nur aus elektronischen Spielereien. Wirklich der schlechteste Titel des Albums. 0,5/5 Punkten!
8. Let’s Go: Gut, etwas mehr Tempo und der Titel klingt nicht ganz so uninspiriert wie manch andere Songs, obwohl ich immer noch nicht viel damit anfangen kann. Ich komme mir vor als höre ich schlechten Dubstep. Selbst “Word Up” hat mir mehr Korn-Feeling gegeben als dieses gute Stück hier. 2/5
9. Get Up!: Danke, herzlichen Dank! Endlich wieder ein bombastischer Titel. Brachial, gelungener Mix der beiden Genre und einen JD in Höchstform. Es klingt einfach mörderisch, wenn JD “Shut the Fuck up, get up!” in die Gehörgänge brüllt. Der “Dubstep-Breakdown” überzeugt auch und ist stimmig. Super. 5/5 Punkten!
10. Way Too Far: Da fällt das Niveau schon wieder, dennoch kein Totalausfall, denn der Song bringt einiges an Stimmung mit. Sehr düster . . . hier klingen die elektronischen Elemente besser platziert. 3/5 Punkten!
11. Bleeding Out: Sehr vielversprechendes Intro, atmosphärisch brilliant, doch dann schwächelt der Song etwas. Klingt zu gewollt. Lediglich der gelungene Refrain rettet den Titel und man erinnert sich wieder, dass es ja noch andere Mitglieder Korn’s gibt. 2,5/5 Punkten!
Gesamt: 26/55 Punkten!

Absolut enttäuschendes Werk der Männer aus Bakersfield. Das Experiment ging so ziemlich in die Hose, ein beklemmendes Gefühl will einen nicht loslassen. Ich finde es misslungen, dass der Fokus sehr auf JD gerückt ist. Ich vermisse etwas den Korn typischen Sound. Munky und Fieldy waren wohl im Urlaub als man die Platte aufnahm.
Meiner Meinung nach ein absoluter Fehlkauf, obwohl ich nach dem früh veröffentlichten “Get Up!” doch sehr euphorisch war. Man hätte sich eventuell mehr mit Skrillex arrangieren sollen beziehungsweise müssen, denn oftmals wirken die diversen anderen Künstler etwas überfordert als hätten sie keine Ideen gehabt, solch ein Experiment sinnvoll zu gestalten.
Ich übertreibe nicht, wenn ich meine, dass “The Path of Totality” neben Sonic Syndicate’s “We rule the Night” die schlechteste Platte in meiner Sammlung ist.

Get Up!, Hellsing

Sum 41 – All Killer No Filler

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In den letzten Tagen durfte man sich ja an einigem Sonnenschein erfreuen. Nach den grauen Tagen tut das sehr gut. Wahrscheinlich war es das etwas sonnigere Wetter, dass mir sagte: “Hey, wird mal wieder Zeit Sum 41 raus zu kramen.” Man hab ich das vermisst!

Diese Musik ist für mich ein gutes Stück Erinnerung.

Wenn ich mich recht entsinne kam ich auf Sum 41 durch einen Freund (ich musste zu dem Zeitpunkt ungefähr 10 gewesen sein) und es war Sommer. Die ersten kleinen “Partys” wurden gestartet und die Musik war ein ständiger Begleiter. Jetzt, 7 Jahre später, ist für mich diese Band und vor allen Dingen dieses Album immer noch der Partykracher schlechthin. Die Lust mit seinen Freunden zu feiern, grillen auf der Terasse an einem warmen Sommerabend. Einfach gute Laune und Spaß haben und genau das erreichen die 4 Kanadier auch mit ihrem “Fun-Punkrock” oder wie Du es gerne nennen möchtest. Ernsthaftigkeit und grimmig dreinguckende Gesichter sind unerwünscht, genau wie Technikfanatismus.
Die Klasse des Albums verrät bereits der Titel. Lückenfüller sucht man vergebens. Zwar gibt es hier und da einige Makel, doch hier wurde absolut kein Titel sinnlos dazwischen geklatscht.

Bizzy D, Dave Brownsound, Stevo32 und Cone liefern ein Album ab, dass es locker mit den alteingesessenen Kollegen von Green Spring und Offday aufnimmt. Die gerade mal Zwanzigjährigen bieten ein solides Songwriting, das kompromisslos auf der Gute-Laune-Party-Schiene fährt und als Tanzflächenfüller allemal taugt.
Quelle: http://www.laut.de/Sum-41/All-Killer-No-Filler-%28Album%29

Textlich geht es um Party, Freundinnen, Highschool und den Sommer. Das Songwriting ist solide und den Spaß merkt man den Künstlern deutlich an.

Storming through the party like my name was El Nino
When I’m hangin’ out drinkin’ in the back of an El Camino
As a kid, I was a skid and no one knew me by name
I trashed my own house party ‘cuz nobody came
Fat Lip

Das Album beinhaltet 13 Songs und erschien in Deutschland am 8. Oktober 2001, hat also schon einige Jahre auf dem Buckel.
1. Introduction to Destruction:  Sehr kontrastierendes Intro, das etwas frech in das Album geleitet, aber doch wirklich gelungen ist. Im Gegensatz zu manch Anderen  . . . 4/5 Punkten!
2. Nothing on my Back: Der erste richtige Song des Albums ist ein herrlicher Angriff auf die schlechte Laune. Ich persönlich assoziiere mit diesem Titel Sommer, Sonne, Strandpartys und ein nettes Barbecue mit den Freunden. Dieser rote Faden zieht sich nahtlos durch das gesamte Album. Klasse! 4,5/5 Punkten!
3. Never Wake Up: Ja, wir reden hier in der Tat von Punkrock. Schneller (nur 49 Sekunden), rotziger Song, der trotzdem typische Sum 41-Elemente miteinander verbindet. 4/5 Punkten!
4. Fat Lip: Das Lied dürfte ziemlich jeder kennen. Das Aushängeschild des Albums, sowie der Band. Während ich das hier schreibe, sitze ich in der Schule und höre mit einem Freund das Album durch. Er meinte, dass es ihn an Highschool beziehungsweise College und schönen „School’s Out“ Partys erinnert. (American Pie lässt grüßen!) Ich stimme ihm hier vollkommen zu. Einfach gute Laune pur und sehr catchy. Einer der besten Songs der Band. 5/5 Punkten!
5. Rhythm: Leider der erste Mittelmäßige Titel der Platte. Der Funke springt nicht ganz über. Die Struktur, sowie Melodie des Songs ist gewohnt catchy und auf eine Menge Spaß getrimmt, doch fehlt dem Song die Würze, die „Fat Lip“ ausmacht. 3/5 Punkten!
6. Motivation: Rockiger Song, der gleich nach vorne prescht. Für alle Technikfanatiker wird auch hier nicht viel Tiefe geboten. Eben Sum 41-Backmischung. 3,5/5 Punkten!
7. In too Deep: Dieser Titel sticht wieder heraus. Ähnlich wie „Fat Lip“ eine absolute Hymne. Beginnt scheinbar ruhig und baut sich dann zu einem starken Punkrocktitel auf. 4,5/5
8. Summer: Diesen Song konnte man bereits auf der “Half Hour of Power” Scheibe anhören. Am Sound wurde etwas gefeilt, sodass er um einiges glatter klingt, jedoch nichts an Atmosphäre verloren hat. Die Sommerferien sollen kommen. 4/5 Punkten!
9. Handle This: Melodischer, ruhiger Song. Die Strophen wissen zu überzeugen, doch ist mir der Refrain etwas zu viel des Guten. Schade eigentlich. 2,5/5 Punkten!
10. Crazy Amanda Bunkface: Mein absoluter Geheimtipp der Platte. Der Anfang erinnert stark an Green Day’s „Basket Case“. Der Song hat Energie, er rockt ungeheuerlich und ist eine volle Ladung Sum 41. 5/5 Punkten!
11. All She’s Got: Nach dem kleinen Ausfall namens „Handle This“ ist auch „All She’s Got“ wieder ein ganzes „Brett“. Schneller Song, der auf keinem Konzert fehlen darf. 4/5 Punkten!
12. Heartattack: Ein weiterer Geheimtipp, der starke Parallelen in der Songstruktur zu „In too Deep“ aufweist. Gelungene Mischung aus melodischen und rockigen Parts. 4,5/5 Punkten!
13. Pain for Pleasure: Der letzte Song ist wohl mehr als experimentelles Stück zu sehen und sollte nicht ganz ernst genommen werden. Ich finde ihn genial und er passt absolut in das teilweise freche Gesamtbild. Grandioser Abschluss eines ebenso grandiosen Albums. 4/5 Punkten!
Gesamt: 52,5/65 Punkten!

Das Gesamtergebnis lässt sich sehen. “All Killer No Filler” ist das erfolgreichste und meistverkaufste Sum 41 Album und das auch zurecht. Die CD rotiert täglich im Player und Langeweile kommt nicht auf. Das Leben ist stressig, Schule anstrengend, da braucht man Zeit zum Entspannen. Der Sommer ist auch nur noch wenige Monate entfernt und dann heißt es wieder: Sum 41 regiert die Welt! Blink 182, The Offspring und Green Day haben da leider keine Chance, denn Sum 41 klaut ihnen einfach die Show.
Weiterhin zu empfehlen sind “Half Hour of Power” und “Does this look Infected?”. Beide Album schlagen so ziemlich in die gleiche Kerbe. Also wer auf den Geschmack gekommen ist, sollte unbedingt reinhören.

Hellsing

A Day to Remember – What seperates Me from You

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Das vierte Output der fünf Amerikaner ist wohl eines der umstrittensten Alben des Jahres 2010. Was musste sich die Band nicht alles anhören. Kommerz, Ausverkauf, Ideenlosigkeit, nur noch Sklaven der Imageberater und des Labels. Auf der anderen Seite gab es aber auch großes Lob. Gekonnt Altes mit Neuem verbunden, pure Weiterentwicklung und ein Album, dass vor Hymnen nur so strotzt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich weder mit der Kommerz-Fraktion, noch mit den idealisierten, positiven Rezensionen übereinstimme. Und schon jetzt bemerke ich, dass es mir, vor allen Dingen bei diesem Album, sehr schwer fällt ein Urteil zu geben beziehungsweise meine Meinung nachvollziehbar zu äußern. Warum ist dem so?

“Homesick” stellte für mich den absoluten Höhepunkt da. Absolut mitreißende Lieder, ein cleverer Mix aus Rock-Pop, Metalcore und emotionalen Lyrics. Es gab kein einziges schwaches Lied auf dem Album, alles wirkte in sich stimmig und atmosphärisch war “Homesick” einfach überwältigend. Jeremy McKinnon, der ein begnadeter Lyriker ist, trug letztendlich ein großen Teil dazu bei. Stimmlich wird er nicht jeden überzeugen, doch wirkt alles aus seinem Munde authentisch und wahnsinnig gefühlvoll. Wo wir auch gerade bei den Lyriken sind. Ähnlich wie bei Rise Against empfehle ich Dir: lies die Texte! Sie sind brilliant, könnten sich viele Musiker eine Scheibe von abschneiden.
Was also hat “What seperates Me from You” zu bieten? Geniale Texte im Stile McKinnons? Ja, volle Punktzahl! Poppige Hooklines, catchy Refrains, den ein oder anderen bösen Breakdown? Ja, dem ist auch so . . .

Where were you
When my walls came falling down?
You tried to hide
You stood close by
And didn’t make a sound!
Sticks & Bricks

Der Text zusammen mit McKinnons Gesang, ist phänomenal. Textlich, sowie gesanglich steht dieses Album seinen Vorgängern in nichts nach. McKinnon hat sich großartig entwickelt. Ich liebe seine rauhe, manchmal etwas schiefe Stimme und seine (selten gewordenen) Growls sind gewohnt rotzig. “What seperates Me from You” hat durchaus die typischen A Day to Remember Markenzeichen, doch gerade ihr Stil, den sie bisher 3 Alben (natürlich mit einigen Variationen) ausgelebt haben, kommt einfach zu kurz. Viele der Songs wirken einfach zu poppig, man kann mindestens die Hälfte der Songs im Radio spielen. Die Breakdowns, die immer wieder zum moshen einluden und in perfekter Symbiose die Melodiebögen zerrisen, sind (fast) ausgestorben. Das Album hat gelungene Melodien und auch gute Songs, doch ich möchte lieber A Day to Remember hören als hochwertigen Pop-Punk. Und schon wieder befinde ich mich an einem Punkt, der (eventuell) schwer nachzuvollziehen ist. Es gibt Tage, da zündet das Album einfach nur und erweckt absolut keine Schwäche und dann gibt es Tage, wo ich von nahezu allen Songs genervt bin. Was ich sagen möchte ist, dass “What seperates Me from You” für mich sehr Situationsabhängig erscheint. Inwiefern das gut oder schlecht ist, solltest Du für dich herausfinden.

I play it cool but it’s hard to be
All my trust is slowly fading inside of me (overwhat)
There can’t be anymore progress, I know our fate
Only thing that can heal this is time & space
You be Tails, I’ll be Sonic

Das Album enthält 10 Songs und wurde am 19.11.2010 veröffentlicht. Die Gesamtspielzeit beträgt (leider nur) 32 Minuten.
1. Sticks & Bricks: Der Song hätte auch auf jedes andere Album gepasst. Das ist für mich eine volle Ladung A Day to Remember. Was der Opener hier abliefert ist gewaltig und melodisch zugleich und er ist der beste Song des Albums und auch einer der stärkeren Titel der Band. 5/5 Punkten!
2. All I Want: Keine Growls, keine Shouts, aber dafür eine Hymne die sich sehen lässt. “All I Want” ist ein starkes Stück, vollgepackt mit Ohrwümern. 5/5 Punkten!
3. It’s Complicated: Wo “All I Want” alles richtig macht, macht dieser Song einfach alles falsch. Dies hat nichts mit A Day to Remember zu tun oder mit wenig Toleranz. Vielleicht bewerte ich zu hart, doch verglichen mit “Monument”, “Have Faith in Me” oder “If it means a lot to You” versagt dieser Titel. Der Breakdown (falls es überhaupt sowas sein soll) wirkt aufgesetzt. 1,5/5 Punkten!
4. This is the House that Doubt built: Ähnlich wie “It’s Complicated”, wobei die Bridge sehr schön umgesetzt worden ist und McKinnon gesanglich wirklich überzeugt. Textlich eine glatte Eins. 2,5/5 Punkten!
5. 2nd Sucks: Eigentlich sollte man sich ja freuen, denn endlich wieder ein Brett und das Erste, das mir einfiel, war: “Mr. Highway’s thinking about the End” lässt grüßen! Das Zweite, das mir auffiel, war: Hart, aber ein lahmer Versuch an den Glanz des eben genannten Titel zu kommen. Dennoch etwas Abwechslung. 3/5 Punkten!
6. Better Off this Way: Ein ziemlicher Grower (Song, der erst nach mehrmaligem Hören überzeugt), auch wenn hier die Growls wieder etwas aufgesetzt wirken. Die sanften Pianoklänge im Refrain sind gut eingebaut und unterstützen atmosphärisch den Song. 3,5/5 Punkten!
7. All Signs point to Lauderdale: Da haben die Jungs wohl ein paar “Highschoolfilme” zu viel geschaut. Komischerweise musste ich sofort an American Pie denken (das Musikvideo ist übrigens sehr gelungen und bestätigte meinen Höreindruck). Mir persönlich gefällt er sehr gut und der Refrain geht einem nie wieder aus dem Kopf! 4/5 Punkten!
8. You be Tails, I’ll be Sonic: Endlich wieder Härte, Tempo und typische Markenzeichen. Bei dem Song gibt es nichts zu bemängeln. Strophe und Refrain ergänzen sich wunderbar und hier wirkt gar nichts aufgesetzt. Der Breakdown ist einfach so nostalgisch und “brutal”. 4/5 Punkten!
9. Out of Time: Leider beginnt ab hier wieder der schwächere Teil des Albums, der aber keinen Totalausfall wie “It’s Complicated” darstellt. Mal gefallen einem die Songs, mal nicht. Einen wirklichen Höhepunkt weist der Song nicht auf, aber McKinnon rettet den Titel. 2/5 Punkten!
10. If I Leave: Nicht ganz so deprimierend wie der vorherige Song. Auch wenn ich hier einfach zu viel Belanglosigkeit vorfinde, weiß der Song mich meistens wieder glücklich zu Stimmen. Strahlt etwas sehr positives aus und als Abschluss gelungen. 3/5 Punkten!
Gesamt: 33,5/50 Punkten!

Was bleibt nun also übrig von einem Album, das gute Ansätze, sowie gute Songs hat, aber auch oft nicht mehr nach A Day to Remember klingt? Ein sehr merkwürdiger Nachgeschmack, definitiv! Während Titel wie “Sticks & Bricks” oder “All I Want” wirklich wahre Meisterwerke sind, wunder ich mich wie man scheinbar planlos versucht hat das Album mit völlig belanglosen Songs zu füllen (“Its Complicated”, teilweise auch “2nd Sucks”). Ich hoffe die Band bekommt mit dem nächsten Album die Kurve, denn sonst muss man wohl auf die guten alten Scheiben zurückgreifen. Ich bin mir bewusst, dass Stagnation ein Todesurteil ist, doch eine beinahe verkorkste Weiterentwicklung ist mindestens genauso tödlich.
Trotzdem würde ich Dir raten, dem Album eine Chance zu geben. Vor allen Dingen wenn du schon immer die poppigeren Songs bevorzugt hast, denn davon gibt es auf “What seperates Me from You” genug.

2nd Sucks, Hellsing

Whitechapel – This is Exile

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Die Death-Ecke wird überflutet von Bands. Vieles hört sich gleich an, nur Weniges sticht wirklich heraus. Meiner anfänglichen Begeisterung wurde ein jähes Ende gesetzt, denn auch Carnifex’ letzte Veröffentlichung “Until I feel nothing” entpuppte sich nicht als das Gelbe vom Ei. Da gefiel mir “Hell Chose Me” deutlich besser. Was tun, wenn ein Genre im Einheitsbrei versinkt? Entweder Du versuchst dich an Altbekanntem wie Cannibal Corpse oder Du distanzierst dich etwas von der Musik. Doch es gibt eine wesentlich bessere Lösung: Whitechapel!
Ich hatte das Album schon vor rund einem Jahr gekauft, aber es ging in meiner Musiksammlung (leider) total unter. Doch in letzter Zeit schenkte ich dem guten Stück etwas mehr Aufmerksamkeit und nun höre ich die Scheibe rauf und runter. Wo Suicide Silence, Chelsea Grin, Carnifex, Cannibal Corpse, Aborted und Job for a Cowboy aufhören, fängt Whitechapel erst richtig an (wobei “Ruination” von Job for a Cowboy ein ziemliches Brett ist).

Warum übertrumpft das mittlerweile vier Jahre alte “This is Exile” für mich nahezu alle neuen Outputs im Bereich Death Metal, beziehungsweise Deathcore? Sänger Phil Bozeman ist ein Biest, seine Vocals sind abgrundtief böse (man könnte meinen, ein wütender Keiler quiekt ins Mikrofon), aber auch die Instrumentenfraktion kann mit Überraschungen punkten. Ungewöhnlich mögen die 3 Gitarristen erscheinen, die dem Klang der Band aber nur zugutekommen. Drummer Ben Harclerode bringt sein Schlagzeug zum Glühen und schießt mit Blastbeats nur so um sich. Hört sich gut an. Hört sich nach typischem Death Metal an. Dem ist aber nicht so.
Whitechapel schaffen es ihren doch sehr technischen Death Metal mit einer Prise Hardcore zu würzen. Keine gezwungenen Breakdowns, keine chaotischen Songstrukturen, sondern viele Ideen sammeln sich in einem Song und werden kompositorisch gut umgesetzt. Hier und da hört man sogar leichte Schwedenmelodien, wunderbare Solis und gelungene Instrumentalstücke dürfen auch nicht fehlen. Whitechapel erfinden das Rad vielleicht nicht neu, aber sie nehmen nur die besten Zutaten. Die Musik ist hart, für viele sogar zu hart, doch sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn man kann auch Schönes in verwelkten Blumen entdecken und hier wird der aufgeschlossene Zuhörer belohnt.
Wenn Du dich traust mit härtester Musik konfrontiert zu werden, dann empfehle ich Dir: “This is Exile”, “Possession” und “Father of Lies”.

Das Album beinhaltet 11 Songs und wurde am 11. Juli 2008 in Deutschland veröffentlicht.
1. Father of Lies: Dieser Song lässt direkt die richtig Stimmung aufkommen. Schnell, hart, kompromisslos. Der Growl im Intro ist brutal und zeigt keine Gnade. Wenn du dich mit dem Teufel einlässt, verändert sich nicht der Teufel . . . der Teufel verändert dich. 5/5 Punkten!
2. This is Exile: Der Moshpit ist nun offiziell eröffnet. “This is Exile” macht dort weiter, wo “Father of Lies” aufgehört hat. Für alle “violent-dancer” der richtige Titel mit extremen Breakdowns. 5/5 Punkten!
3. Possession: Der Song groovt etwas mehr als seine Vorgänger, büßt aber absolut nichts an Brutalität ein. Überzeugt uneingeschränkt. 4,5/5 Punkten!
4. To all that are Dead: Der einzige Song des Albums der mich noch nicht wirklich begeistern konnte. Ich habe das Gefühl als hätte ich ihn schon oft gehört, eben nur von anderen Interpreten. Ab der Mitte weiß der Titel dennoch zu überzeugen. Gutes Solo. 3/5 Punkten!
5. Exalt: Aufgewacht. Mit diesem Titel erklärt Whitechapel den Krieg. Ein Blastbeat-Gewitter wird mit heftiger Breakdown-Artillerie unterstützt. So klingt guter Death Metal/Deathcore. 5/5 Punkten!
6. Somatically Incorrect: Klingt für mich sehr nach Carnifex meets Emmure. Starker Song, aber nicht so stark wie seine Gefährten. 4/5 Punkten!
7. Death becomes Him: Das Instrumentalstück im Midtempo erzeugt eine gelungene Atmosphäre und tut dem Hörvergnügen keinen Abbruch. (Im Gegensatz zu Bring me the Horizons “Memorial”.) Das Ende ist gruselig. 4,5/5 Punkten!
8. Daemon (The Procreated): Teuflisch böser Titel, der mit Black Metal-Elementen nur so um sich wirft. Absolutes Brett, auch wenn der Song einiges an Aufmerksamkeit abverlangt, da er relativ technisch ist. 5/5 Punkten!
9. Eternal Refuge: Erst der Breakdown ab der 44. Sekunde offenbart das Potenzial des Titels. Danach gibt es typische Whitechapel-Kost, gepaart mit coolen Grooves. 4/5 Punkten!
10. Of Legions: Der zweite, atmosphärisch wunderbar passende, Instrumentaltitel. Zwar nicht so stark wie sein Vorgänger, dennoch gelungen. 3,5/5 Punkten!
11. Messiahbolical: Der Rausschmeißer vereint alle Merkmale Whitechapels und bietet eine Art Zusammenfassung des Albums. Mit über sieben Minuten zu lang für meinen Geschmack. 3,5/5 Punkten!
Gesamt: 47/55 Punkten!

Absolut empfehlenswertes Album für jeden, der auf brutale Musik steht. Was Whitechapel hier anbietet ist vielleicht keine exotische Kost, aber absolut deftig! Wer nach einem harten Arbeitstag sich abreagieren muss, der kann hier getrost zugreifen. Aber Vorsicht: Whitechapel kann süchtig machen!
Heute kam ihr letztes Album “A New Era of Corruption” und nach dem ersten Hören muss ich sagen, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Ein Review wird in Kürze folgen, aber bis dahin gibt es noch täglich eins auf die Zwölf mit “This is Exile”.

This is Hellsing

The Unguided – Hell Frost

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Mit Sonic Syndicate’s letztem Output “We rule the Night” wurden einige Fans sehr enttäuscht. Der Kommerz hatte wohl öfter an der Tür geklingelt und wurde freudig zum Kaffeetrinken eingeladen. Das ganze Schlamassel begann aber nicht erst mit der Veröffentlichung von “We rule the Night”.
Anfang des Jahres 2009 verließ Sänger Roland Johansson die Band aus “persönlichen Gründen”, doch selbst nach einigen Recherchen sind mir die wirklichen Gründe noch nicht ganz bekannt. Es scheint auch Spannungen innerhalb der Band gegeben zu haben. Am 26.10.2010 gab die Band bekannt, dass Sänger Richard Sjunnesson ebenfalls “aus familiären, sowie persönlichen Gründen” die Band verlassen hatte.

 ”CLARIFICATION: “He is taking a break for family and personal reasons”… Interesting! Let’s translate to reality: “He is LEAVING the band for their INABILITY to play decent music.” That’s more like it!”
Richard Sjunnesson
Quelle: http://richardsjunnesson.blogg.se/2010/october/

Soweit sein persönliches Statement. Komplett nachzulesen auf Richards Blog . . .

Nachdem also nun die Stimmen Sonic Syndicates eigene Wege gingen und ich die neue Platte am liebsten verbrannt hätte, (der nachgerückte Sänger Nathan J. Biggs ist absolut nicht mein Fall) setzte ich mich auf mein Bett und musste mir “Only Inhuman” anhören, um wieder auf ein vernünftiges Level zu kommen.
Doch die Erlösung ließ nicht lange auf sich warten, denn Roland, Richard und sein Bruder Roger starteten ein neues Projekt, dass den Namen The Unguided erhielt. Richards Ankündigungen zufolge sollte der Sound allgemein in die Richtung der älteren Sonic Syndicate Werke gehen. Ich habe nicht mehr genau im Kopf wann und wo ich das gelesen habe, doch ich war unglaublich erfreut über diese Nachricht.

Wende ich mich aber nun dem Album zu. “Hell Frost” weist klare Parallelen zu Sonic Syndicate auf. Es ist aber auch nicht besonders verwunderlich, wenn 3 Ex-Mitglieder und dazu noch Hauptsongwriter eine neue Band gründen, dass sie sich musikalisch an ihrer ehemalige Gruppe orientiert. The Unguided, wie auch Sonic Syndicate, würde ich als Mischung aus Melodic (Death) Metal und gewissen Metalcore-Elementen bezeichnen, obwohl es relativ schwierig erscheint die Musik in ein Genre einzuordnen. Sie stellt ein ziemliches Crossover da.
Schon nach dem ersten Hören fällt einem die absolut gelungene Symbiose aus Härte und Melodie auf, die schon immer ein Markenzeichen der Musiker war. Harte Riffs unterlegt mit brutalen Screams wechseln sich mit melodiösen Parts ab, ohne dabei kitschig zu wirken. Das Songwriting im Allgemeinen erinnert mich sehr an “Eden Fire”, beziehungsweise an “Only Inhuman”. Inwiefern Du dies nun als eigenständig ansehen möchtest, ist Dir überlassen. Im Vergleich zu Sonic Syndicate finde ich, dass hier mehr Synthesizer oder Keyboard-Effekte verwendet wurden und sie oft als Melodie in Intros zu hören sind. Man sollte hier kein Werk erwarteten, das vor Innovation nur so strotzt, doch funktioniert die Rezeptur aus Melodie und Härte immer noch erstaunlich gut. (Erinnert mich sehr leicht an Soilwork. Ein nahezu identisches Schema wird schon seit über 10 Jahren immer wieder herangezogen und ist noch lange nicht ausgeschöpft!) Was man jedoch erwarten darf und worauf sich jeder “We rule the Night”-Hasser freuen kann, sind Songs mit hohem “Abrissbirnenfaktor”, die durch catchy Melodien sofort im Ohr hängen bleiben. Eben typisch Sonic Syndicate. 

“Hell Frost” umfasst zehn Songs und erschien am 2. Dezember 2011 in Deutschland.
1. Inherit the Earth: Besser hätte man dieses Album nicht beginnen können, denn der Song zeigt eindrucksvoll wohin die Reise gehen soll. Das Intro zerlegt die Anlage, die Strophe baut noch mehr Spannung auf, die Bridge hämmert mit Double Bass Drumming auf die Gehörgänge ein und schließlich folgt der sanfte Refrain. Härte und Melodie sind eben zwei Pole die sich anziehen. Falls Du bis jetzt noch nicht weißt, was Du von dieser Band musikalisch erwarten kannst, empfehle ich Dir diesen Song (war auch die erste Singleauskopplung) als Anspieltipp.  5/5 Punkten!
2. Phoenix Down: Dieser Titel ist ähnlich strukturiert wie “Inherit the Earth” und wurde zur zweiten Single gekürt. Hier hört man auch deutlich die schon angesprochenen Keyboard-Effekte. Ohrwurm garantiert. 4/5 Punkten!
3. Betrayer of the Code: Meine liebe Leserschaft, ich denke wir haben hier den Song des Albums gefunden. Hier wurden alle Markenzeichen wunderbar in den Track eingebaut. Wem bisher das Album noch nicht anspruchsvoll genug war, dürfte mit “Betrayer of the Code” seine Freude finden (ich garantiere jedoch für nichts!). Das Finale ist einfach ein Brett und wirkt schon beinahe episch. Mit Sicherheit auf der selben Stufe, wie der für mich immer noch unerreichte Sonic Syndicate Kracher “Denied”. Wie The Unguided das toppen will, ist mir unklar. Aber brauchen sie auch gar nicht, denn ein Aushängeschild ist dieser Titel hundertprozentig. 5/5 Punkten!
4. My Own Death: Ein etwas melodischerer Song, der schon “poppig” daherkommt, aber dennoch zu überzeugen weiß. Ich finde hier den Refrain äußerst gelungen und die gut eingesetzten Keyboard-Effekte. 4/5 Punkten!
5. Serenade of Guilt: Der Song hat gute Ansätze, schöpfte diese jedoch nicht aus. Mir fehlt das Tempo und das gewisse Etwas. Nicht schlecht, aber ohne einen nennenswerten Höhepunkt. 3/5 Punkten!
6. Collapse My Dream: Nach dem etwas schwachen Vorgänger trifft “Collapse My Dream” wieder voll meinen Geschmack. Starkes Intro und der “Abrissbirnenfaktor”-Faktor wird besonders in der Strophe deutlich ausgelebt. Im Refrain gibt es wieder das altbekannte “Duett” zwischen Härte und Melodie, das aber (zumindest für mich) immer noch ein Hinhörer ist. 5/5 Punkten!
7. Green Eyed Demon: Wer auf eine kleine Verschnaufspause hoffte, den muss ich hier leiden enttäuschen. The Unguided lassen das Gaspedal voll durchgetreten und machen kompromisslos weiter. Wirklich starker Song im typischen Sonic Sy . . . äh, The Unguided Gewand. Dürfte live sehr überzeugen. 4,5 Punkten!
8. Iceheart Fragment: Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht warum dieser Song von vielen so gelobt wird. Er kommt sehr melodisch daher und ist meiner Meinung nach auch der “ruhigste” Song der Platte. Der Refrain weiß einfach nicht zu überzeugen und die Atmosphäre, die man während des ganzen Albums verspürt, kommt für mich eine Nummer zu kurz. Zwar die langersehnte Verschnaufspause, aber bei 35° Celsius im Schatten. 3/5 Punkten!
9. Pathfinder: The Unguided kriegt die Kurve ganz gut, denn “Pathfinder” schlägt voll in die Kerbe. Während man in der Strophe noch mit der Axt Bäume fällt, wartet hier ein etwas angenehmerer Refrain auf. Das Solo überzeugt auch auf ganzer Linie. Der Song hätte sehr gut auf das Sonic Syndicate Album “Love and other Disasters” gepasst. 4/5 Punkten!
10: Where the Frost Rose Withers: Der letzte Titel des Albums versteht sich mehr als Hymne und man merkt deutlich, dass das Augenmerk auf den Refrain gelegt worden ist, den man aber super mitsingen kann. Ich finde den Song als Abschluss sehr passend, wobei mir auch hier die Würze fehlt. 3,5/5 Punkten!
Gesamt: 41/50 Punkten!

Abschließend möchte ich dieses Album jedem ans Herz legen, der mit “We rule the Night” nicht viel anfangen konnte oder allgemein melodischen und kraftvollen Metal bevorzugt. Ich denke, dass man von The Unguided in Zukunft noch einiges hören wird, denn das Debut ist wirklich stark. Ich hoffe außerdem, dass die gewissen Parallelen zu Sonic Syndicate mehr in den Hintergrund treten und The Unguided einen eigenen, vielleicht sogar besseren, Sound kreieren, denn Luft nach oben ist noch genügend da.

Hellsing, the Green Eyed Demon

P.S.: Wenn Du den Titel des Debutalbums von Sonic Syndicate (“Eden Fire”) mit dem Titel des Debutalbums von The Unguided (“Hell Frost”) vergleichst, dürfte Dir etwas auffallen . . . Himmel und Hölle sind wohl doch vom Klimawandel betroffen.


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